Netzwerk zum Schutz von Journalist*innen und Medien weltweit

Hannah-Arendt-Initiative

Wir sind ein Netzwerk zivilgesellschaftlicher Organisationen, das auf Initiative und mit Mitteln des Auswärtigen Amtes und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefährdete Journalist*innen weltweit bei ihrer wichtigen Arbeit schützt und unterstützt. Schwerpunktmäßig richtet sich die Initiative derzeit an Journalistinnen und Journalisten aus Russland, Belarus, Ukraine, Afghanistan, Myanmar, Sudan und Mittelamerika.

Projekte der Hannah-Arendt-Initiative beinhalten zum Beispiel Trainingsmaßnahmen, regionale Stipendienprogramme und Exil-Journalismus-Zentren in Drittländern sowie entsprechende Maßnahmen im Exil in Deutschland.  

Partnerorganisationen dieses Schutzprogramms sind unter anderem die DW Akademie, der European Fund for Journalism in Exile (JX Fund), MiCT – Media in Cooperation and Transition und das European Centre for Press and Media Freedom (ECPMF). 

Das Programm ist dem verfassungsrechtlichen Gebot der Staatsferne und der staatlichen Neutralität verpflichtet. Die Förderung erfolgt allein nach meinungsneutralen Kriterien und durch unabhängige Jurys, auf die staatlicherseits kein Einfluss genommen wird. 

Aktuelles
Afghanische Medienschaffende wagen einen Neuanfang im Exil

Seit der Machtübernahme 2021 gehen die Taliban hart gegen kritische Stimmen in Afghanistan vor. Über 90 geflohene Medienschaffende hat die DW Akademie unterstützt. Einige von ihnen gründeten nun ein Nachrichtenportal.

Hier geht’s zum Interview mit zwei der Initiatoren.

Trotz aller Widrigkeiten: Unabhängige Exil-Berichterstattung

Exiljournalist*innen kämpfen dafür, dass eine unabhängige Berichterstattung aus und in ihren Herkunftsländern aufrecht erhalten bleibt. Zum Internationalen Tag der Pressefreiheit gibt der JX Fund einen Einblick in die Exilmedienszenen aus Afghanistan, Belarus und Russland.

Hier geht’s zum Bericht.

Rangliste der Pressefreiheit 2024: Russland auf Platz 162

1500 Journalistinnen und Journalisten haben Russland laut Reporter ohne Grenzen seit Beginn des Kriegs auf die Ukraine verlassen. Eine Teilnehmerin am Projekt Space for Freedom erzählt von ihrer Exilerfahrung.

Hier geht´s zum Video.

Exil-Medienzentrum in Kenia eröffnet

Der Exile Media Hub Nairobi unterstützt vom Konflikt im Sudan betroffene Journalist*innen sowie ostafrikanische Medienschaffende im Exil. Mit dem Zentrum bieten MiCT und lokale Projektpartner Sicherheit und helfen u.a. bei der Existenzsicherung.

Hier geht’s zur Pressemitteilung.

Geschlechtsspezifische Desinformation als unterschätzte Gefahr

Russische Berichte zeichnen ein negatives Bild von ukrainischen Journalistinnen. Das zeigt eine Studie über geschlechtsspezifische Desinformation. Sie entstand innerhalb des ECPMF-Programms “Voices of Ukraine”. Die Autorinnen gehören zur NRO “Women in Media”.

Hier geht’s zur Studie in englischer Sprache. 

Projekte

DW Akademie: Space for Freedom

Die Projekte von Space for Freedom der DW Akademie und lokalen Partnerorganisationen eröffnen Journalist*innen sowie Medien im Exil neue Perspektiven.

Ziel ist, die berufliche Existenz von Medienschaffenden aus Afghanistan, Belarus, Russland und Mittelamerika, die in Exilländer geflüchtet sind, zu sichern. Gleichzeitig werden Strukturen und Ressourcen aufgebaut, um die unabhängige Berichterstattung durch Exiljournalist*innen und Exilmedien aufrechtzuerhalten.

Weitere Informationen:

Projekte

European Centre for Press and Media Freedom: Voices of Ukraine

Members of the media covering Russia's war on Ukraine in Kyiv (Kiev) Ukraine, March 14, 2022.

Das Programm umfasst 120 Stipendien für Journalist*innen vor Ort in der Ukraine. Die Stipendien verschaffen diesen Journalist*innen ein Einkommen, das es ihnen ermöglicht, ihre Arbeit fortzusetzen und unabhängig zu berichten. Ein zusätzlicher Fonds im Rahmen des Programms wird für den Ersatz veralteter oder kaputter Ausrüstung wie Kameras, Computer und Mobiltelefone verwendet.

Darüber hinaus unterstützt Voices of Ukraine das von ECPMF und der Europäischen Journalistenföderation (EJF) durchgeführte Journalist-in-Residence-Programm im Kosovo.

Weitere Informationen:

Projekte

JX Fund: Wiederaufbau von Redaktionsstrukturen im Exil

Der JX Fund hilft Medienschaffenden mit einem umfassenden Programm unmittelbar nach ihrer Flucht aus Kriegs- und Krisengebieten schnell und flexibel dabei, ihre Arbeit weiterzuführen.

Er stärkt unabhängige Medien im Exil auch über eine Phase akuter Aufmerksamkeit hinaus durch den nachhaltigen Aufbau neuer Redaktionsstrukturen, damit sie mit ihren Inhalten ihr Publikum in den Heimatländern weiterhin erreichen.

Weitere Informationen:

Projekte

Media in Cooperation and Transition: Critical Voices Fellowship

Das MiCT Fellowship for Critical Voices richtet sich an gefährdete Journalist*innen und Medienschaffende aus Krisen- und Konfliktregionen, mit dem Ziel, die Fortsetzung ihrer wichtigen Arbeit zu unterstützen. Die ganzheitlichen und unmittelbaren Schutzmaßnahmen des Programms umfassen die Bereiche Sicherheit, Lebensunterhalt, (psychische) Gesundheit, Integration und Legalisierung, Umsiedlung und berufliche Weiterentwicklung. Darüber hinaus haben Stipendiat*innen Zugang zu einer globalen Gemeinschaft von Medienfachleuten, die gemeinsame Werte teilen und als Leuchtturm der Solidarität und Unterstützung dienen.

Bisher haben über 530 Journalist*innen und Medienschaffende aus mehr als 20 Ländern, darunter Afghanistan, Belarus, Libyen, Myanmar, Russland, der Ukraine, Sudan und andere globale Notsituationen, von dem Programm profitiert.

Weitere Informationen:

Auftrag

Annalena Baerbock

Bundesministerin des Auswärtigen

„Freier Journalismus ist die beste Medizin gegen Menschenrechtsverletzungen und Machtmissbrauch. Gerade in diesen Tagen sehen wir einmal mehr, wie unverzichtbar die Arbeit von Journalistinnen und Journalisten ist, die z.B. über die Proteste der unerschrockenen Frauen und Mädchen im Iran und Russlands schreckliche Kriegsverbrechen in der Ukraine berichten. Für ihre Arbeit werden sie allzu oft verfolgt, verhaftet, verprügelt und ermordet. Damit diese mutigen Menschen ihre Arbeit fortsetzen können, brauchen sie sichere Rückzugsorte, Arbeitsmöglichkeiten und Unterstützung. Deswegen schaffen wir jetzt mit der Hannah-Arendt-Initiative ein Nothilfeprogramm für Medienschaffende und Journalistinnen und Journalisten mit handfesten Schutz- und Unterstützungsmaßnahmen.“

Claudia Roth

Staatsministerin für Kultur und Medien

„Journalistinnen und Journalisten werden immer häufiger zur Zielscheibe von Diktatoren, Anti-Demokraten und Extremisten, da sie mit ihrer freien und unabhängigen Berichterstattung die Potemkinschen Propaganda-Dörfer in Moskau, Kabul, Teheran, weltweit ins Wanken bringen. Sie sind laute, selbstbewusste Stimmen im Kampf für Freiheit und Selbstbestimmung, für Demokratie und Frieden. Gerade in diesen Zeiten ist die Hannah-Arendt-Initiative ein wichtiges Signal für die Meinungs- und Pressefreiheit, für den Schutz von Journalistinnen und Journalisten. Mit dieser Initiative unterstützen wir zielgerichtet geflüchtete Journalistinnen und Journalisten, damit sie auch aus dem Exil ihre so wichtige Arbeit fortführen können. (…)“

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