Netzwerk zum Schutz von Journalist*innen und Medien weltweit

Hannah-Arendt-Initiative

Wir sind ein Netzwerk zivilgesellschaftlicher Organisationen, das auf Initiative und mit Mitteln des Auswärtigen Amtes und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefährdete Journalist*innen aus Afghanistan, der Ukraine, Russland und Belarus bei ihrer wichtigen Arbeit schützt und unterstützt.

Erste Pilotprojekte der Hannah-Arendt-Initiative beinhalten zum Beispiel Trainingsmaßnahmen, regionale Stipendienprogramme und Exil-Journalismus-Zentren in Drittländern sowie entsprechende Maßnahmen im Exil in Deutschland.  

Partnerorganisationen dieses Schutzprogramms sind unter anderem die DW Akademie, der European Fund for Journalism in Exile (JX Fund), MiCT – Media in Cooperation and Transition und das Europäische Zentrum für Presse- und Medienfreiheit (ECPMF). Das Netzwerk soll zukünftig offen sein für weitere Partnerorganisationen, um eine stetige Weiterentwicklung der Hilfsangebote zu ermöglichen.

Das Programm ist dem verfassungsrechtlichen Gebot der Staatsferne und der staatlichen Neutralität verpflichtet. Die Förderung erfolgt allein nach meinungsneutralen Kriterien und durch unabhängige Jurys, auf die staatlicherseits kein Einfluss genommen wird. 

Aktuelles
Ein Computerbildschirm in einem Konferenzsaal trägt die Aufschrift: "Successes, challenges and the road ahead". © JX Fund
Hilfe für Medienschaffende im Exil: Zwei Jahre JX Fund

Durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, der vor zwei Jahren begann, flohen viele Journalist*innen ins Exil. Dort setzen sie ihre wichtige Arbeit häufig fort. Zu ihrer Unterstützung wurde der JX Fund gegründet. Das hat er bisher erreicht:  

Hier geht’s zum Bericht. 

Drei Damen stehen vor einer Präsentation und blicken in die Kamera. © ECPMF
Geschlechtsspezifische Desinformation als unterschätzte Gefahr

Russische Berichte zeichnen ein negatives Bild von ukrainischen Journalistinnen. Das zeigt eine Studie über geschlechtsspezifische Desinformation. Sie entstand innerhalb des ECPMF-Programms “Voices of Ukraine”. Die Autorinnen gehören zur NRO “Women in Media”.

Hier geht’s zur Studie in englischer Sprache. 

Porträt des MiCT-Stipendiaten Severyn Shalayskiy. © Severyn Shalayskiy
MiCT: Ein Fellowship-Programm für den Nachwuchs

Mehr als 200 Medienhäuser mussten durch den russischen Krieg in der Ukraine schließen. Finanzielle, psychologische und weitere Hilfen für den Nachwuchs der bedrohten Branche bietet das MiCT-Stipendienprogramm. Wir stellen einen ukrainischen Stipendiaten vor. 

Hier geht’s zum Video in englischer Sprache. 

Ein Mann mit Rucksack und Mütze läuft durch den Schnee. Er ist von hinten zu sehen. © DW Akademie
Space for Freedom: Eine neue Perspektive im Exil

Die Lebenswege vieler Journalist*innen aus Russland nahmen eine Wende aufgrund des Krieges in der Ukraine. Ein Teilnehmer am “Space for Freedom”-Programm der DW Akademie spricht über seine Entscheidung, ins Exil zu gehen und neue berufliche Pfade. 

Hier geht’s zum Video. 

Tagebuch einer Exiljournalistin: Notizen aus Riga

Unsere Gastautorin* arbeitete als Journalistin für ein großes russisches Medium und musste nach Beginn des Krieges in der Ukraine St. Petersburg verlassen. Seit Mai 2022 lebt sie im Exil. Dies ist ihre Geschichte.

Zum vollständigen Tagebucheintrag.

Projekte

DW Akademie: Space for Freedom

Das Pilotprojekt Space for Freedom der DW Akademie und lokalen Partnerorganisationen eröffnet Journalist*innen sowie Medien im Exil neue Perspektiven.

Ziel des Projekts ist es, die berufliche Existenz von Medienschaffenden aus Afghanistan, Belarus und Russland, die in Exilländer geflüchtet sind, zu sichern. Gleichzeitig werden Strukturen und Ressourcen aufgebaut, um die unabhängige Berichterstattung durch Exiljournalist*innen und Exilmedien aufrechtzuerhalten.

Weitere Informationen:

Projekte

European Centre for Press and Media Freedom: Voices of Ukraine

Members of the media covering Russia's war on Ukraine in Kyiv (Kiev) Ukraine, March 14, 2022.

Das Programm umfasst 120 Stipendien für Journalist*innen vor Ort in der Ukraine. Die Stipendien verschaffen diesen Journalist*innen ein Einkommen, das es ihnen ermöglicht, ihre Arbeit fortzusetzen und unabhängig zu berichten. Ein zusätzlicher Fonds im Rahmen des Programms wird für den Ersatz veralteter oder kaputter Ausrüstung wie Kameras, Computer und Mobiltelefone verwendet.

Darüber hinaus unterstützt Voices of Ukraine das von ECPMF und der Europäischen Journalistenföderation (EJF) durchgeführte Journalist-in-Residence-Programm im Kosovo.

Weitere Informationen:

Projekte

JX Fund: Wiederaufbau von Redaktionsstrukturen im Exil

Der JX Fund hilft Medienschaffenden mit einem umfassenden Programm unmittelbar nach ihrer Flucht aus Kriegs- und Krisengebieten schnell und flexibel dabei, ihre Arbeit weiterzuführen.

Er stärkt unabhängige Medien im Exil auch über eine Phase akuter Aufmerksamkeit hinaus durch den nachhaltigen Aufbau neuer Redaktionsstrukturen, damit sie mit ihren Inhalten ihr Publikum in den Heimatländern weiterhin erreichen.

Weitere Informationen:

Projekte

Media in Cooperation and Transition: Critical Voices Fellowship

Das MiCT-Fellowship for Critical Voices richtet sich an Medienschaffende aus Kriegs- und Krisengebieten, die in ihren Heimatländern akut durch politische Verfolgung, Zensur oder Diskriminierung gefährdet sind. In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt zunächst auf der Unterstützung von Medienschaffenden aus Afghanistan, Belarus, Russland, Myanmar und der Ukraine.

Mit dem Stipendium sollen Medienschaffende zunächst bis Ende des Jahres schnell und unkompliziert unterstützt werden, damit sie ihre wertvolle Arbeit sicher fortsetzen und die Zielgruppen in ihren Heimatländern weiter informieren können.

Weitere Informationen:

Auftrag

Annalena Baerbock

Bundesministerin des Auswärtigen

„Freier Journalismus ist die beste Medizin gegen Menschenrechtsverletzungen und Machtmissbrauch. Gerade in diesen Tagen sehen wir einmal mehr, wie unverzichtbar die Arbeit von Journalistinnen und Journalisten ist, die z.B. über die Proteste der unerschrockenen Frauen und Mädchen im Iran und Russlands schreckliche Kriegsverbrechen in der Ukraine berichten. Für ihre Arbeit werden sie allzu oft verfolgt, verhaftet, verprügelt und ermordet. Damit diese mutigen Menschen ihre Arbeit fortsetzen können, brauchen sie sichere Rückzugsorte, Arbeitsmöglichkeiten und Unterstützung. Deswegen schaffen wir jetzt mit der Hannah-Arendt-Initiative ein Nothilfeprogramm für Medienschaffende und Journalistinnen und Journalisten mit handfesten Schutz- und Unterstützungsmaßnahmen.“

Claudia Roth

Staatsministerin für Kultur und Medien

„Journalistinnen und Journalisten werden immer häufiger zur Zielscheibe von Diktatoren, Anti-Demokraten und Extremisten, da sie mit ihrer freien und unabhängigen Berichterstattung die Potemkinschen Propaganda-Dörfer in Moskau, Kabul, Teheran, weltweit ins Wanken bringen. Sie sind laute, selbstbewusste Stimmen im Kampf für Freiheit und Selbstbestimmung, für Demokratie und Frieden. Gerade in diesen Zeiten ist die Hannah-Arendt-Initiative ein wichtiges Signal für die Meinungs- und Pressefreiheit, für den Schutz von Journalistinnen und Journalisten. Mit dieser Initiative unterstützen wir zielgerichtet geflüchtete Journalistinnen und Journalisten, damit sie auch aus dem Exil ihre so wichtige Arbeit fortführen können. (…)“

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